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Ausgangslage

Die Automobilindustrie sieht sich aufgrund der wachsenden Komplexität der Fahrzeuge bei gleichzeitig kürzeren Entwicklungszyklen und steigendem Kostendruck zunehmend mit Qualitätsproblemen konfrontiert. Dies führt oftmals zu der Notwendigkeit, fehlerbehaftete Fahrzeuge im Rahmen von Rückrufaktionen nachzubessern, deren Durchführung die Automobilindustrie erheblich belastet. Neben finanziellen Schäden betrifft dies nicht zuletzt auch das Image des betroffenen Unternehmens. Viele Probleme entstehen durch die Unfähigkeit, auftretende Qualitätsmängel schnell und exakt erkennen und eingrenzen zu können. Aus diesem Grund hat das Thema Rückverfolgbarkeit (Traceability) von Produkten und Produktkomponenten in der Automobilindustrie wie auch in anderen Branchen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Neben wirtschaftlichen Aspekten sind hierbei nicht zuletzt auch entsprechende Gesetze, Verordnungen und Normen die treibenden Kräfte. Mit Hilfe von Traceability-Lösungen soll die Fähigkeit erlangt werden, Ursprung, Entstehungsgeschichte, Zusammensetzung und Verbleib von Produkten und Produktkomponenten ermitteln zu können. Hierzu werden die diesbezüglichen Produkt- und Prozessdaten während der Herstellung automatisiert erfasst und gespeichert. Mit Hilfe dieser Datenbasis kann im Fehlerfall exakt ermittelt werden, welche Prozesse, Komponenten und Produkte betroffen sind und von wem bzw. an wen diese geliefert wurden. Heutige Traceability-Lösungen, die gegenwärtig in den Unternehmen zum Einsatz kommen, stellen unternehmensspezifische Insellösungen dar, welche nur einen bestimmten Ausschnitt der Lieferkette abdecken. Eine durchgängige automatisierte Lösung zur Rückverfolgbarkeit entlang der gesamten Supply-Chain existiert derzeit noch nicht.

Zielsetzung

Ziel des Projekts LAENDmarKS ist es, ein durchgängiges System zu entwickeln, das die Rückverfolgbarkeit unternehmensübergreifend über die gesamte Lieferkette hinweg ermöglicht. Die Implementierung des Pilotsystems soll exemplarisch für Sitzstrukturen als sicherheitsrelevante Produktkomponenten im Automotivebereich erfolgen. Die zu entwickelnde Lösung soll jedoch branchenunabhängig ausgelegt sein, so dass sie neben dem Automotivebereich auch in anderen Branchen eingesetzt werden kann. Ein weiteres Ziel, welches im Rahmen des Projekts realisiert werden soll, ist der Einsatz von RFID zur Kennzeichnung und Identifizierung der Produkte und Produktkomponenten. Hierzu soll eine für das metallische Produktionsumfeld geeignete und robuste RFID-Technologie entwickelt werden.

Vorgehensweise

Grundlage für die Entwicklung der Lösung bildet ein charakteristischer Referenzprozess, welcher auf Basis einer bei DaimlerChrysler, Volkswagen, Keiper und weiteren eingebundenen Zulieferern durchgeführten Prozessanalyse ermittelt wurde. Hieraus wurde ein modulares generisches Prozessmodell entwickelt, mit dessen Hilfe die Übertragbarkeit der Lösung auf verschiedene Unternehmen und Branchen ermöglicht werden soll. Hierauf aufbauend werden geeignete Datenmodelle und -strukturen, eine durchgängige Prozessinfrastruktur zur automatisierten Identifizierung der Produkte und Komponenten und zur automatisierten Erfassung und Speicherung der relevanten Prozess- und Produktdaten entwickelt. Letzteres beinhaltet die Implementierung einer im Produktionsumfeld geeigneten RFID-Technologie. Weitere Entwicklungsarbeiten umfassen die Schnittstellen zu anderen Systemen, geeignete Mensch-Maschine-Schnittstellen sowie ein Zugriffs- und Sicherheitskonzept. Im Anschluß an die Systementwicklung soll eine Bewertung des Referenzsystems unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erfolgen und Erweiterungskonzepte erarbeitet werden, mit denen weitere Einsatzbereiche erschlossen werden können.laendmarks

Veröffentlichungen

Abramovici, M.; Bellalouna, F.; Flohr, M.:
Open-Loop-Einsatz von RFID im industriellen Bereich - Methode zur ganzheitlichen Analyse und Bewertung der Wirtschaftlichkeit
 
In: ZWF - Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb 03/2009, S. 200-205, Carl Hanser Verlag, München 

Abramovici, M.; Bellalouna, F.; Flohr, M.:
Projekt LAENDmarKS - Eine Lösung zur durchgängigen Produkt-Rückverfolgbarkeit entlang der Supply-Chain
In: Berliner Kreis Newsletter 2/2008 - Nr. 11, ISSN: 1613-5504

Abramovici, M.; Bellalouna, F.; Flohr, M.:
PLM für individuelle reale Produkte - Produktindividuelles Informationsmanagement auf Basis einer Produkt-Traceability-Lösung
In: Industrie Management 3/2008, S.41-44, GITO-Verlag, Berlin

Abramovici, M.; Bellalouna, F.; Flohr, M.:
Traceability-Prozesse für die Automobilindustrie - Ein modulares Referenzprozessmodell für die Implementierung unternehmensspezifischer Traceability-Prozesse
In: ZWF - Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb 03/2008, S. 122-125, Carl Hanser Verlag, München

Abramovici, M.; Bellalouna, F.; Flohr, M.:
Integrated Product Traceability along the Supply Chain in the Automotive Industry
In: Proceedings of the 15th CIRP International Conference on Life Cycle Engineering, The University of New South Wales, Sydney, Australia, 17-19 March 2008, ISBN: 1877040673, pp. 432-437
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Abramovici, M.; Bellalouna, F.; Flohr, M.:
Durchgängige Rückverfolgbarkeit entlang der Supply-Chain - Rahmenkonzept und Anforderungen
In: ZWF - Zeitschrift für wirtschaftlichen Fabrikbetrieb 06/2007, S. 367-370, Carl Hanser Verlag, München

Projektlaufzeit

September 2005 - August 2008

Kooperationspartner

Volkswagen AG
DaimlerChrysler AG
Keiper GmbH & Co. KG
IBS AG
TBN GmbH

Förderung und Projektträger

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gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi)
im Rahmen des Programms "Next Generation Media"

Projektträger: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR)

Websites

LAENDmarKS-Website
Next Generation Media

Projektbearbeiter und Ansprechpartner

Dipl.-Ing. Fahmi Bellalouna
Dipl.-Inform. Matthias Flohr